Interkulturelle (hybride) Literatur

Förderjahr 2022

Im Mittelpunkt des ersten Förderjahrs steht die so genannte interkulturelle (hybride) Literatur einer Gesellschaft im demographischen, kulturellen, ökologischen Wandel. Dabei meint sie nicht nur „neue” Inhalte, sondern auch die Formenvielfalt, etwa der Umgang mit Mehrsprachigkeit oder mit mentalitätsgeprägter Sprache, die neue Bilder schafft sowie biographische Hintergründe, die neue Perspektiven eröffnen.

Der Begriff „hybrid” ist der Leitbegriff einer Literatur, die dagegen angeht, die Welt nur von sich aus als Zentrum zu denken. Sigrid Löffler definierte ihn in ihrem Buch „Die neue Weltliteratur und ihre großen Erzähler” (Link zu einem Interview mit Sigrid Löffler: „Literatur als Modell für eine multikulturelle Gesellschaft") und Martin Hielscher beschreibt „Hybridität” in der Literatur als: „'dritten Raum', in dem verschiedene Codes, Sprachen, Identitäten, Diskurse und Themen miteinander in Verbindung treten, ohne sich restlos zu vermischen oder zu amalgamieren. Hybridität als Subversion und implizite Kritik an Reinheits- und Identitätsmodellen und -konzepten”.

Ein Lesetipp zum Thema Mehrsprachigkeit: Die eigenen Sprachen sind integraler Bestandteil der individuellen Kultur und Identität, und das Erlernen anderer Sprachen ermöglicht es, noch mehr Menschen und ihre Sicht auf die Welt verstehen zu lernen. Olga Grjasnowa arbeitet in ihrem Buch „Die Macht der Mehrsprachigkeit” heraus, wie bereichernd Mehrsprachigkeit sein kann – und warum sie von der Politik viel mehr als bisher gefördert werden sollte. Das Buch ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich.

 

Die Stipendiat*innen 2022:

Raphaëlle Red, Luna Ali, Krisha Kops und Jehona Kicaj (v. l. n.r.)

Luna Ali, Raphaëlle Red, Jehona Kicaj und Krisha Kops sind die ersten Stipendiat*innen des neuen Literaturförderprogramms SchreibZeit der Stiftung Niedersachsen.

Austauschtreffen in der Bundesakademie Wolfenbüttel

19. bis 21. April 2022

Das erste Treffen war durch das gemeinsame Kennenlernen geprägt. Als Gast war der Lektor Martin Hielscher dabei, der die Textarbeit mit seiner großen Erfahrung und seiner zugewandten Art bereicherte.

Dr. Michael FuhrDirektor des Center for World Music, zeigte in seinem Impulsvortrag wie die Musik mit den Themen „Andere” und „Fremde” ringt. Gemeinsam wurde zudem die Herzog August Bibliothek besucht. Der Bibliotheksleiter, Prof. Dr. Peter Burschel,  führte durch die Jubiläumsausstellung „Wir machen Bücher. 450 Jahre Herzog August Bibliothek”.

22. bis 24. Juni 2022

Beim zweiten Netzwerk- und Austauschtreffen in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel arbeitete Nikola Richter (mikrotext-Verlag) mit den Stipentiat*innen an Texten und die Autorin Olga Grjasnowa hielt einen Impulsvortrag zur „Macht der Mehrsprachigkeit. Über Herkunft und Vielfalt”. Unter dem Titel „Rund um den Verlag” fiand ein Gespräch mit Svenja Frederike Bischoff und Florian Welling (Lektorat und Buchherstellung im Wallstein Verlag Göttingen) statt. Dazu gab es Raum und Zeit für den Austausch und Gespräche. Das Treffen moderierte Charlotte Milsch.